Medienmitteilung, 15. November 2017
 

Wie Suchtfolgen in der Krankenversicherung abgedeckt sind

Ob nun jemand Tabak, Medikamente, Drogen oder Alkohol konsumiert: Sucht hat viele Gesichter und schadet bei übermässigem Konsum erwiesenermassen der Gesundheit. Denjenigen, die von ihrer Sucht loskommen wollen, stehen verschiedene Entwöhnungs-, Entzugs- und Therapiemöglichkeiten offen. Inwieweit übernehmen die Krankenkassen die damit verbundenen Kosten? Und wie gehen Krankenkassen generell mit Suchtprävention oder gesundheitlichen Schäden aus Suchtverhalten um? Die Maklerzentrum Schweiz AG, führende Anbieterin von Krankenkassen- und Versicherungslösungen in der Schweiz, gibt darauf Antworten aus ihrer Beratungspraxis.

Für Betroffene ist es wichtig zu wissen, dass eine Sucht grundsätzlich als Krankheit gilt. Somit werden Gesundheitskosten, die aus dieser Sucht resultieren, von der obligatorischen Grundversicherung ganz oder teilweise übernommen und das unabhängig davon, ob das soziale Umfeld, die Persönlichkeit oder psychischer Druck Auslöser für die Sucht waren.

Allgemein wird von Sucht respektive Suchtverhalten gesprochen, wenn ein unbezwingbares Verlangen zur Einnahme oder Beschaffung des Suchtmittels und körperliche Entzugserscheinungen bei Nichteinnahme bestehen sowie nachweisbare soziale, körperliche und psychische Folgeschäden auftreten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verwendet anstelle des Begriffs «Sucht» den Begriff der Abhängigkeit.

Wenn es um die Definition des Rauchers geht, ziehen Versicherer eine enge Toleranzgrenze. Auch wenn die Definition von Gesellschaft zu Gesellschaft unterschiedlich ist, gilt grundsätzlich als Raucher, wer in den letzten zwölf Monaten mindestens eine Zigarette geraucht hat. Generelle Prämienzuschläge für Raucher gibt es dagegen nicht, da es in den obligatorischen Versicherungen grundsätzliche keine Antiselektion gibt. In den Zusatzversicherungen gemäss VVG steht es dem Krankenversicherer aber frei, Prämienzuschläge für Raucher zu erheben oder sogenannte Nichtraucherrabatte zu gewähren. Kosten für Raucherentwöhnungskurse übernehmen Krankenkasse nicht. Wenn jedoch bestimmte Kriterien erfüllt werden, zahlt sie die Raucherentwöhnung mit dem Medikament Champix von Pfizer.

In der heutigen Wirtschaftswelt mit ihrer Leistungsorientierung ist der Konsum von Drogen, Tabletten und Alkohol ein weit verbreitetes Mittel, um mit den Folgen von negativem Stress im Berufsleben fertig zu werden. Die Folgen von exzessivem Konsum solcher Suchtmittel sowie der ambulante oder stationäre Entzug werden von der Grundversicherung aller Krankenkassen übernommen. Dies gilt ebenso, falls der Betroffene nach einem Entzug rückfällig werden sollte. Denn die Krankenkasse funktioniert nach dem Solidaritäts- und nicht nach dem Verursacherprinzip. Therapien sind für die betroffenen Versicherten in der Regel kostenlos oder gegen eine Kursgebühr bei einer Suchtberatungsstelle durchzuführen. Ambulante und stationäre Therapien bei einem Arzt oder einer Klinik werden durch die Grundversicherung bezahlt.

Insbesondere bei Berufstätigen wird immer häufiger die Diagnose «Burnout» gestellt. Die WHO definiert Burnout als «Ausgebranntsein» und «Zustand der totalen Erschöpfung», anerkennt es aber nicht als eigenständige Krankheit sondern als möglichen Einflussfaktor für die Entstehung von Krankheiten. Daher werden Betroffene auch eher aufgrund einer anerkannten Diagnose wie Depression, Angststörung oder chronischer Müdigkeit behandelt. Ein Burnout kann ausserdem Auslöser für den Konsum von Suchtmitteln sein. Angesichts der Zunahme des Burnout-Syndroms wächst das Angebot an präventiven Massnahmen, um einen Burnout und dessen Folgen abzuwenden. Die Liste reicht vom Pflegen sozialer Kontakte, über genügend Schlaf bis zu Yoga und Entspannungstechniken. Welche der therapeutischen Massnahmen von der Grund- oder Zusatzversicherung teilweise oder vollständig übernommen werden, ist im Einzelfall mit dem Versicherer zu klären. Aus den Zusatzversicherungen werden in der Regel insbesondere Entspannungsmethoden unterstützt.

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