Medienmitteilung, 23. Mai 2016
 

Den Ruhestand unter Palmen geniessen Immer

mehr Pensionäre wohnen im Ausland. Mit einigen, aber lange nicht mit allen Staaten gibt es Abkommen über die Gestaltung der Krankenversicherung. Die Bedingungen variieren stark, der Schritt will daher sorgfältig geplant sein.

Rund 762'000 Schweizer oder 10% der Schweizer Bevölkerung leben mittlerweile offiziell ausserhalb des Landes, das zeigen die aktuellen Zahlen des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten. Die Tendenz der Auswandererzahlen ist steigend, vor allem immer mehr Rentner packen ihre Koffer und kehren der Schweiz den Rücken zu. Die Gründe sind nachvollziehbar: Mit einer Rente von 2000 Franken kann man in der Schweiz nur einen bescheidenen Lebensabend verbringen, aber in Ländern wie Thailand, Panama oder an der spanischen Costa Brava ist nicht nur das Klima milder, auch sind die Lebenshaltungskosten niedriger und das Budget reicht dort für ein merklich luxuriöseres Dasein - sofern man sein Budget korrekt aufgestellt hat.

Ein mit zunehmendem Alter immer wichtiger werdender Posten im Haushaltsbudget sind die Gesundheitskosten. „Spital- und Arztkosten sind auch im Ausland oft sehr hoch, deshalb ist eine gute Krankenversicherung sehr wichtig und sollte unbedingt lange vor Erreichen des Pensionsalters geklärt werden”, sagt Stephan Wirz, Mitglied der Geschäftsleitung der Maklerzentrum Schweiz AG. Vor allem, wenn man vielleicht insgeheim schon mit dem Gedanken spielt, den Lebensabend unter Palmen zu verbringen.

Zieht es einen Rentner oder eine Rentnerin an die Costa Brava die Côte d’Azur oder die Amalfiküste und bezieht sie dauerhaft eine Rente aus der Schweiz, bleibt die Krankenversicherungspflicht in der Schweiz bestehen, das heisst, die Person verbleibt in der obligatorischen Grundversicherung der Schweiz. Liegt der neue Wohnsitz in Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich oder Spanien, haben Rentner und ihre nicht erwerbstätigen Familienangehörigen zudem die Möglichkeit, sich von der Versicherungspflicht in der Schweiz befreien zu lassen und sich dem Krankenversicherungssystem des Wohnstaats anzuschliessen.

Dies gilt jedoch nur für die obligatorische Grundversicherung. Der Fortbestand allfälliger privater Zusatzversicherungen bei der Schweizer Krankenkasse muss vor der Auswanderung individuell geklärt werden. Die meisten grösseren Versicherungsgesellschaften bieten auch eine weltweite Versicherung an, jedoch ist der Abschluss einer solchen für ältere Personen oftmals sehr kostenintensiv und zudem kann die Versicherung gewisse Vorbehalte bei bestehenden Vorerkrankungen geltend machen. „Wenn man allerdings eine schon längere Jahre bestehende Spitalzusatzversicherung erweitert, zeigen sich viele Versicherer auch sehr kulant“, weiss Stephan Wirz.

Vorausschauend handeln muss der Pensionär ebenso bei einem Wegzug in ein Land ausserhalb der EU und EFTA: Dann ist die gesetzliche Krankenversicherung nach KVG in der Schweiz nicht mehr möglich und der Pensionär muss sich am neuen Wohnsitz vollumfänglich privat versichern. Doch Vorsicht: In manchen beliebten Auswanderdestinationen wie beispielsweise Thailand werden ältere Personen über 65 oder 70 Jahre grundsätzlich gar nicht mehr in die Krankenversicherung aufgenommen. „In solchen Fällen muss man eine private globale Krankenversicherung abschliessen und das kann, je nach Alter, sehr teuer werden“, erklärt Stephan Wirz. Wer mit dem Gedanken spielt, seinen Lebensabend im Ausland zu verbringen, ist daher gut beraten, so früh wie möglich auch an seinen Krankenversicherungsschutz zu denken und diesen vorausschauend zu optimieren.

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