Basel, 12. August 2013

 

Fallpauschalen führen zu höheren Krankenkassenprämien statt zu tieferen

Per 2014 ist mit einem weiteren Anstieg der Krankenkassenprämien zu rechnen. Dahinter stehen nicht nur Prämienerhöhungen sondern auch altersbedingte Prämienanpassungen, wie die Maklerzentrum Schweiz AG, führende Anbieterin von Krankenkassen- und Versicherungslösungen in der Schweiz, darlegt.

Dazu, ob sich die prognostizierte Prämienerhöhung auf die Grundversicherung beschränken oder ob sie auch die Zusatzversicherungen betreffen wird, lassen sich keine pauschalen Aussagen machen. Die jüngste Vergangenheit hat jedoch gezeigt, dass insbesondere Spitalzusatzversicherungen mit einem Abschlussaltertarif oftmals defizitär sind und deren Prämien deutlich erhöht werden müssen. Das gleiche gilt für Versicherungsdeckungen, die Kapitalleistungen im Pflegefall vorsehen. Zurückzuführen ist die Prämienerhöhung hier auf die steigende Lebenserwartung.

Bei den Zusatzversicherungen geht es jedoch nicht nur um Prämienerhöhungen, sondern auch um altersbedingte Prämienanpassungen. In der Regel werden die Prämien im Fünf- Jahres-Rhythmus erhöht. Insbesondere Spitalzusatzversicherungen in der halbprivaten oder privaten Abteilung können für die Versicherten im Alter, d. h. ab 60 Jahren, je nach Versicherungsgesellschaft unbezahlbar werden. Aufgrund des Alters oder der gesundheitlichen Verfassung ist dann jedoch oftmals keine Anpassung mehr möglich, womit nur noch der Wechsel in die allgemeine Abteilung bleibt.

Angesichts der Anfang 2012 eingeführten Fallpauschalen, dem neuen Tarifsystem für stationäre Spitalleistungen, nehmen die einzelnen Versicherungsgesellschaften und die Aufsichtsbehörde inzwischen die Spitaldeckung «allgemeine Abteilung ganze Schweiz» genau unter die Lupe. Sie sind angehalten, entweder die Leistungspalette zu erweitern oder die Prämien deutlich zu senken. Es ist davon auszugehen, dass diese Änderungen bereits in absehbarer Zeit für die Versicherten spürbar werden. Sämtliche Kassen haben sich jedoch Zeit gelassen und abgewartet, was die Mitbewerber diesbezüglich unternehmen. Die Prämien für eine Halbprivat- oder Privatversicherung sollten in der Folge deutlich sinken, da sich auch die Grundversicherer (KVG) und die öffentliche Hand an den Kosten beteiligen. Bislang wurde dies aber nur vereinzelt umgesetzt. «Da eine halbprivate oder private Versicherungsdeckung nach der Einführung der neuen Spitalfinanzierung wichtiger denn je ist, hoffen wir im Interesse der Versicherten, dass hier bald Bewegung reinkommt», sagt Stephan M. Wirz, Mitglied der Geschäftsleitung der Maklerzentrum Schweiz AG.

Für ein Fazit, ob das System der Fallpauschalen wie erhofft die Gesundheitskosten dämpft, ist es noch zu früh. Auch wenn in den Medien immer wieder von Fällen zu lesen ist, wo Patienten zu früh entlassen wurden und erneut ins Spital eingeliefert werden mussten, was zusätzlichen Kosten geniert. Zudem dürften die Kosten im Bereich der Palliativpflege weiter zugenommen haben. «Wir rechnen damit, dass eine detaillierte Betrachtung erst im Laufe des nächsten Jahres möglich sein wird, wenn alle Zahlen vorliegen», ergänzt Stephan M. Wirz.

Für wichtig erachtet die Maklerzentrum Schweiz AG, dass die Anreize für eine Kostenkontrolle bestehen bleiben. Eine Einheitskasse wäre darum ein Schritt in die falsche Richtung, da genau diese Anreize gestrichen würden. Ein Wettbewerb im Gesundheitssystem führt zu effizienteren und kostengünstigeren Abläufen und kommt letztlich den Versicherten zugute.

Im Hinblick auf die für 2014 erwarteten Prämienerhöhungen können die Versicherten im Bereich der Grundversicherung bereits jetzt – unabhängig vom Gesundheitszustand – einen günstigeren Anbieter oder ein alternatives Versicherungsmodell wählen. Je nach Gesundheitszustand ist auch eine Erhöhung der Franchise in Betracht zu ziehen. Im Bereich der Zusatzversicherungen ist ebenfalls zu prüfen, ob alle Bedürfnisse abgedeckt sind respektive ob umgekehrt für unnötige Leistungen Prämien verschwendet werden. Eine umfassende Beratung ist in diesem Kontext ratsam.

Autor: Stephan Wirz

Zurück zu Publikationen