27. September 2012
 

Das ist beim Krankenkassenwechsel zu beachten

Von Frédéric Papp

Die Suche nach den günstigsten Krankenkassen-Prämien geht ab Donnerstag einmal mehr los. Es beginnt auch die Saison der Makler. cash sagt, worauf Versicherte ihr Augenmerk legen sollten.

Heute Donnerstag um 10 Uhr ist es wieder soweit: Bundesrat Alain Berset gibt die Krankenkassenprämien 2013 bekannt. Bereits vorgängig hat der Internet-Vergleichsdienst Comparis einen Prämienanstieg von 2,2 Prozent errechnet.

Comparis stützt sich dabei auf die provisorischen Prämien von rund 80 Prozent aller Versicherten. Damit steht fest: Im Vergleich zu früheren Jahren steigen die Prämien diesmal nur moderat.

Dennoch werden wie jedes Jahr zigtausend Versicherte Jagd machen nach den günstigsten Krankenkassen. Laut einer repräsentativen Comparis-Umfrage haben auf dieses Jahr hin 650'000 Kunden ihre Grundversicherung zu einer anderen Kasse gezügelt, was einfach und für die Versicherten meist sinnvoll ist.

Knackpunkt Zusatzversicherungen

Problematischer sind hingegen allfällige Wechsel bei Zusatzversicherungen. Hier wittern die unabhängigen Versicherungsmakler denn auch das grosse Geschäft. Werden im Frühherbst die neuen Prämien verkündet, verzeichnen sie jeweils die grössten Kundenzuwächse.

So auch beim schweizweit grössten Versicherungsmakler Maklerzentrum Schweiz. "Wir rechnen dieses Jahr mit einem Zuwachs von 20'000 Neukunden", sagt Gründer und Geschäftsleitungsmitglied Stephan Wirz im Gespräch mit cash.

Das 2006 gegründete Familienunternehmen zählt derzeit rund 70'000 Kunden. Die Firma ist spezialisiert auf die Vermittlung von Krankenkassen- und Vorsorgepolicen. Das ist ein lukratives Geschäft: Im Schnitt zahlen die Krankenkassen den Maklern 500 Franken pro abgeschlossene Police. Wie hoch die Provision ausfällt, hängt von der Höhe der Versicherungsdeckung ab.

Vorsicht vor Fallgruben

Die Prämien locken auch unseriöse Makler auf den Plan. "Bei den Versicherten müssen die Alarmglocken schrillen, wenn Makler zuhause anrufen und sagen, bei welcher Versicherung man Geld spare", warnt der Sozialversicherungsfachmann. Ebenso wichtig wie der Preis sei eine genaue Abklärung der Kundenbedürfnisse und der Lebenssituation. Eine oberflächliche Beratung könne unerfreuliche Konsequenzen mit sich bringen.

Denn es gibt verschiedene Zusatzversicherungen, die nicht in jedem Fall ohne Konsequenzen gekündigt werden können. Zum Beispiel die Mutterschaftsversicherung: Je nach Kasse müssen die Versicherten eine Karenzfrist von einem Jahr abwarten, bevor sie in den Genuss der Leistungen kommen. Kündigen sie zu früh, verfallen die einbezahlten Prämien nutzlos.

Oder der Zeitpunkt des Kassenwechsels: In der Grundversicherung kann ein Wechsel bis am 30. November vorgenommen werden. Bei Zusatzversicherungen muss die Kündigung hingegen in der Regel bereits per Ende September erfolgen. Eine Ausnahme bilden die Groupe Mutuel, Supra und Assura: Bei diesen drei Kassen muss die Police schon Ende Juni aufgelöst werden.

Achtung Unfallversicherung

"Versicherte, welche diese Fristen nicht beachten, sind dann oft doppelt versichert", sagt Wirz. Wichtig ist auch, die Laufzeit der Police zu beachten. Je nach Produkt kann die Vertragsdauer bis zu fünf Jahre betragen, eine vorzeitige Kündigung ist dann kaum möglich.

Was immer wieder vergessen geht: Auch ohne Kassenwechsel lässt sich manchmal ganz einfach Geld einsparen, wie das Beispiel der Unfallversicherung zeigt. Denn: Obwohl Angestellte über ihren Arbeitgeber gegen Unfall versichert sind, belassen sie den Versicherungsschutz in ihrer privaten Krankenkasse. Das ist unnötig, da bei einem Unfall die Versicherung des Arbeitgebers einspringt.

Zurück zu Publikationen