Invest Service, 27. Juli 2013
 

Wer zuviel wagt, der bezahlt

Versicherer können ihre Leistungen an Risikosportler um bis zu 50 Prozent kürzen. Besser, man erkundigt sich vor dem Ernstfall, wie man trotzdem finanziellen Schutz erhält.

Wenn Biker auf einer steilen Rennstrecke verunfallen, können ihnen die Versicherungen die Leistungen um die Hälfte kürzen. Denn Downhill Biking gehört gemäss Unfallversicherungsgesetz (UVG) zu den absoluten Wagnissen, die auch nicht durch Vorsichtsmassnahmen der Risikosportler relativiert werden (sieheTabelle).

Ebenfalls gekürzt werden Leistungen bei sogenannt relativen Wagnissen, wenn die üblichen Regeln in schwerwiegender Weise missachtet werden. Darunter fällt etwa Bergsteigen abseits markierter Wege bei schwerer Missachtung der üblichen Vorsichtsgebote. «Risikosportler sollten sich erkundigen, wie ihre Versicherungen die ausgeübte Sportart decken», sagt Stephan Wirz, Mitglied der Geschäftsleitung des Maklerzentrums Schweiz. Falls keine Deckung vorhanden ist, empfiehlt er, eine spezifische Versicherung abzuschliessen.

Die Groupe Mutuel bietet beispielsweise ein massgeschneidertes Produkt für Risikosportler an. Sie deckt Unfälle aus folgenden Sportarten, wenn sie unter normalen Bedingungen ausgeübt werden: Bungee Jumping, Tauchen (bis zu 40 Metern Tiefe), Hydrospeed,Canyoning, River Rafting, Fallschirmspringen und Gleitschirmfliegen. Für 10 bis 15 Franken proMonat übernimmt die Groupe Mutuel in Ergänzung zum UVG etwa die stationäre Behandlung im Einzelzimmer, ästhetische Chirurgie bei Spätfolgen eines Unfalls, Transport-, Rettungs- und Repatriierungskosten.

Ähnlich im Preis, aber noch umfassender ist die Unfallzusatzversicherung von Visana: Gemäss Vertragsbedingungen verzichtet die Visana auf Leistungskürzungen bei schuldhafter Herbeiführung eines Unfalls und bei Wagnissen.

«Auch die Generali hat mit Allegra ein sehr gutes Produkt», sagt Wirz. Dort wird auf Kürzungen bei Grobfahrlässigkeit und Wagnissen verzichtet, und gemäss Factsheet sind insbesondere Extremsportarten gedeckt. Dieses Produkt kostet rund 50 Franken pro Monat und ist damit wesentlich teurer als jene von Visana und Groupe Mutel. Generali bietet dafür aber auch ein Invaliditätsund Todesfallkapital sowie ein Spitaltaggeld an. «Für Risikosportler, die nicht nur Spitalkosten, sondern auch die Erwerbsunfähigkeit absichern möchten, ist dieses Produkt ideal», sagt Wirz.

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