8. Oktober 2012
 

Prämien sparen mit Bedacht

VON STEPHAN M. WIRZ

Wer bei den Krankenkassenprämien sparen will, hat den grössten Hebel bei der Grundversicherung und bei teuren Spitalzusatzversicherungen.

In der Grundversicherung kann der Versicherte generell durch eine Erhöhung der Franchise eine Prämienreduktion erreichen. Arbeitet er mehr als acht Stunden pro Woche beim selben Arbeitgeber, ist die Unfallversicherung durch denselben abgedeckt. Ausserdem kann er auch ein alternatives Versicherungsmodell wählen wie die telemedizinische Erstkonsultation, das Hausarztmodell oder das HMO-Modell.

Die Leistungen der Grundversicherung sind bei allen Krankenkassen dieselben, allerdings lassen sich bei den Prämien grosse Unterschiede feststellen. Insofern kann auch ein Wechsel des Anbieters angebracht sein, um die Prämien zu senken. Sparen kann der Versicherte aber auch bei den teuren Spitalzusatzversicherungen für eine halbprivate oder private Abteilung. Viele Krankenkassen unterscheiden zwischen Männer- und Frauentarifen. Somit zahlen Frauen zwischen 20 und 45 Jahren aufgrund des Schwangerschaftsrisikos oftmals viel zu teure Prämien für eine halbprivate oder private Deckung. Ein Wechsel zu einer Krankenkasse, die bei der Deckung für Frauen und Männer eine einheitliche Prämie vorsieht, kann erhebliche Einsparungen bringen.

Flex-Modelle als Alternative

Ein weiterer Aspekt, den es bei den Spitalzusatzversicherungen im Auge zu behalten gilt, ist der altersbedingte Prämienanstieg, der die Prämien für eine halbprivate oder private Spitaldeckung für ältere Versicherte unerschwinglich machen kann. Versicherten, die sich oft über Jahre hinweg die teurere Spitalzusatzversicherung im Hinblick auf einen möglichen Schadenfall im Alter geleistet haben, bleibt dann oftmals bloss noch der Wechsel in die allgemeine Abteilung.

Grundsätzlich könnten die betreffenden Versicherten die Kosten bei gleich bleibender Deckung zwar auch senken, indem sie eine Spitalfranchise von bis zu 5000 Franken pro Kalenderjahr wählen würden. Allerdings zeigt sich in der Praxis, dass viele Versicherte diesen Betrag im Schadenfall gar nicht aufbringen können und daher auf die höhere Deckung verzichten, da diese Kosten zusätzlich zur Franchise und zum Selbstbehalt in der Grundversicherung anfallen.

Für halbprivat und privat Versicherte, die von tieferen Prämien profitieren möchten und die weiterhin den Zugang zu Spezialärzten und -kliniken mit dem entsprechenden Zimmerkomfort haben wollen, bieten sich die günstigen Flex-Modelle an. Bei Spitaleintritt wählen die Versicherten die gewünschte Deckung gegen einen Aufpreis. Die Beteiligung an den Kosten für den Aufenthalt in der halbprivaten oder privaten Abteilung lässt sich mit einem Spitaltaggeld günstig absichern. Für den Aufenthalt in der allgemeinen Abteilung wird kein Aufpreis fällig, während gleichwohl das Taggeld entrichtet wird, das der Versicherte z.B. für weitere Unkosten (Babysitter, Tierheim etc.) verwenden kann.

Seit der Einführung der neuen Spitalfinanzierung und der daraus entstandenen Zweiklassenmedizin ist es auch für allgemein Versicherte ratsam, ein solches Flex-Modell zu wählen, um von einer umfassenden Deckung im Spitalfall zu profitieren. Mit der Wahl der richtigen Franchise in der Grundversicherung und einem alternativen Versicherungsmodell lassen sich die entsprechenden Einsparungen für eine optimale Absicherung im Spitalfall verwenden, womit gesamthaft bei einer besseren Deckung keine zusätzlichen Kosten entstehen.

Autor: Stephan Wirz

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