Medienmitteilung, 6. April 2017
 

Kostendeckung für Übergewichtige

Immer mehr Menschen sind übergewichtig. Massnahmen zur Gewichtsreduktion werden nur bedingt von den Krankenversicherern übernommen.

In der Schweiz gelten rund 41 Prozent der Bevölkerung als übergewichtig. Beunruhigend ist der langfristige Trend, denn noch im Jahr 1992 war erst jede vierte Person übergewichtig. Zudem steigt auch die Zahl derer, die mit einem Body-Mass- Index (BMI, kg/m2) von mehr als 30 als fettleibig gelten. Im Jahr 1992 zählten erst 5,6 Prozent der Bevölkerung zu den Adipositaserkrankten, 20 Jahre später hat sich dieser Anteil gemäss den Zahlen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) aus dem Jahr 2012 auf 10,6 Prozent fast verdoppelt.

Die steigende Zahl übergewichtiger Personen stellt das Gesundheitssystem vor eine grosse Herausforderung, denn Übergewicht und vor allem Adipositas zählen zu den Risikofaktoren für nicht übertragbare Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Typ 2 und einige Krebsarten. Das BAG beziffert die direkten und indirekten Krankheitskosten von Übergewicht und Adipositas auf 7‘990 Mio. CHF pro Jahr.

Vor allem immer mehr Kinder und Jugendliche leiden unter Fettleibigkeit, je nach Erhebung gelten bereits 20 Prozent als adipös. Daher hat der Gesetzgeber 2014 beschlossen, dass betroffene Kinder und Jugendliche eine Einzel- oder Gruppentherapie in Anspruch nehmen können, die von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) bezahlt wird.

Die Kosten für operative Eingriffe bei Adipositas-Patienten, wie das Einsetzen eines Magen-Bypasses, übernehmen die Krankenversicherer in der Regel bei einem entsprechenden Krankheitsbild ab einem BMI von 35 und sofern alle anderen Möglichkeiten zur Gewichtsreduktion während zweier Jahre vor einer möglichen Operation ausgeschöpft wurden.

Den Abschluss einer Zusatzversicherung, welche die Kosten für Fitness-Abonnemente oder Ernährungshilfen vollständig übernimmt, lehnen die Krankenkassen auch bei Personen mit einem BMI ab 30 oder 35 grundsätzlich ab.

Kosten für Diäten und anderen Massnahmen zur Gewichtsreduktion werden ebenfalls nicht von den Krankenversicherern übernommen. Zu Recht, wie Olivier Parenteau erklärt: „Viele Patienten versuchen eine Gewichtsreduktion durch verschiedene Diäten, die oft das Blaue vom Himmel versprechen, aber häufig tritt nach ersten Erfolgen nur der Jo-Jo-Effekt ein.“ Langfristig führe nur ein kontrolliertes Essverhalten, der Verzicht auf Süssgetränke und grundsätzlich mehr Bewegung im Alltag zum Ziel.

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