Bin ich immer noch richtig versichert?

Alle drei bis fünf Jahre muss die eigene Krankenversicherung überprüft werden. Sind meine Leistungen immer noch angepasst an meine Bedürfnisse? Gäbe es vergleichbare Lösungen zu günstigeren Prämien? Es ist nahezu unmöglich, sich ohne die Hilfe eines Spezialisten in diesem Dschungel zurechtzufinden.

Jährlich wechseln mehrere hunderttausend Kunden ihre Krankenversicherung. Sehr oft verlassen sie sich dabei auf Vergleichsdienste im Internet, die lediglich die Prämien der aktuell noch 57 Anbieter der Obligatorischen Krankenpflegeversicherung nach KVG vergleichen. Naturgemäss interessieren sich die Kunden zudem erst im Oktober und November – nach dem Erhalt der neuen Versicherungsausweise für das Folgejahr – für ihre Krankenversicherung. Eine Kündigung der Grundversicherung ist dann bis Ende November noch möglich, die Zusatzversicherungen sehen jedoch andere Kündigungsfristen vor. Drei Monate sind die Regel, rund 40% der Schweizer verfügen jedoch über eine Zusatzversicherung, die eine Kündigungsfrist von fünf oder sechs Monaten vorsieht. Eine Kündigung per Ende November wäre nur bei einer Prämienerhöhung möglich, was jedoch im Vergleich zu der Grundversicherung nicht die Regel ist. Ein Wechsel der Zusatzversicherungen ist somit vielfach nicht mehr möglich. Diese verbleiben somit beim Vorversicherer, was zu einer von den Kunden ungewünschten Splitting-Lösung führt.

Doch genau die Zusatzversicherungsdeckungen der einzelnen Versicherungsanbieter sind so vielfältig, dass der Laie damit überfordert ist. Auch die Vergleichsdienste im Internet können hier kaum helfen, da die Bedürfnisse der Kunden so verschieden sind, dass im Einzelfall darauf eingegangen werden muss. Hier besteht ein klarer Beratungsbedarf. Es gilt eine individuelle Sicherheitsbilanz zu erstellen. Welchen Gefahren ist eine Person ausgesetzt? Oftmals sind nicht die bekannten Gefahren wie Arzt- und Spitalkosten das Problem, sondern unbekannte Gefahren wie Hilfsmittel, Kur- und Pflegeleistungen sowie verdrängte Gefahren wie Invalidität und Todesfall. Gemeinsam mit einem Spezialisten werden diese Gefahren erkannt und nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenausmass beurteilt. Danach gilt es zu überprüfen, wie diese Risiken im Rahmen der bestehenden Versicherungslösung abgesichert sind und wie allfällige Deckungslücken geschlossen werden können. Mit dem Laufe der Zeit verändern sich jedoch Bedürfnisse, so dass der Versicherungsschutz laufend angepasst werden muss. Bei Kindern stehen Zahnkorrekturen im Vordergrund, bei Nichterwerbstätigen Unfälle und Invalidität infolge Unfall oder Krankheit, bei jungen Erwachsenen Mutterschaft, Sportverletzungen und die Deckung im Ausland. Im Alter treten eher Kur- und Pflegeleistungen, Hilfsmittel und bezahlbare Spitalversicherungsprämien in den Vordergrund.

Unsere Krankenkassenspezialisten stellen tagtäglich fest, dass das Gros der Kunden nicht optimal versichert ist. Der Versicherungsschutz wurde oftmals aus dem Elternhaus übernommen oder jahrelang nicht mehr an die aktuellen Bedürfnisse angepasst. Die Folge ist ein böses Erwachen im Schadenfall. Und genau dann kann der Versicherungsschutz sehr oft aus gesundheitlichen Gründen nicht angepasst werden. Daher ist es wichtig frühzeitig vorzusorgen und den Versicherungsschutz regelmässig von einem Spezialisten überprüfen zu lassen. Die Mehrheit der Versicherungsdeckungen können nur noch bis Ende September angepasst werden, ausser es kommt eine Prämienanpassung per 2017. Dann ist eine Änderung bis Ende November noch möglich. Es ist jedoch aufzupassen, dass bestehende Versicherungsdeckungen erst dann gekündigt werden, wenn bei einer gleichwertigen oder besseren Deckung eine vorbehaltlose Aufnahme erfolgt ist.

DIE ZECHE ZAHLT DER VERSICHERTE
Geheimniskrämerei um Krankenkassenprämien