Der Wechsel der Kasse wird erschwert

Stephan-Wirz

Die Prämienerhöhung der Krankenversicherungen werden immer erst im Herbst für das Folgejahr bekannt gegeben. Zu spät, um die freiwillige Zusatzversicherung und die obligatorische Grundversicherung bei einem anderen Anbieter abzuschliessen.

Immer mehr Versicherte machen von ihrem Recht Gebrauch, den Anbieter der obligatorischen Grundversicherung zu wechseln, da sie die seit Jahren steigenden Prämien nicht tragen möchten und es vorziehen, zu einem günstigeren Versicherer zu wechseln. Die Kündigung der bestehenden Police oder eine Anpassung der Grundversicherung ist nach Bekanntgabe der neuen Tarife bis zum letzten Arbeitstag im November (Eingang beim Versicherer) auf das Folgejahr möglich. Somit besteht für Anpassungen in der Grundversicherung nach Bekanntgabe der Prämien für das Folgejahr noch genügend Zeit. AdTech Ad Anders sieht es jedoch bei den freiwilligen Krankenzusatzversicherungen aus. Bei einer Erhöhung wäre ebenfalls eine Kündigung per Ende November noch möglich. Diese Deckungen werden jedoch sehr häufig nicht erhöht und falls es dennoch zu einer Anpassung kommt, dann sind selten alle Produkte betroffen, so dass nur ein Teil der Deckungen per Ende November gekündigt werden kann. Für Deckungen, die nicht erhöht werden, kommen in den Zusatzversicherungen die regulären Kündigungsfristen von drei Monaten respektive sechs Monaten zum Tragen.

Ein Wechsel der Zusatzversicherungen erfordert jedoch eine vorgängige Aufnahme beim neuen Versicherer und dies kann - je nach Gesundheitszustand - mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Ein Wechsel der Zusatzversicherungen ist nach Bekanntgabe der neuen Prämien für das Folgejahr somit nur noch in Einzelfällen möglich. Die Folge sind ärgerliche Doppelversicherungen oder auf zwei Versicherer verteilte Versicherungsdeckungen; auf jeden Fall ein administratives Ärgernis für die Versicherten.

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Die optimale Geburtsvorbereitung

Wer sein Kind nicht auf der allgemeinen Abteilung des Spitals zur Welt bringen möchte und den Arzt, der bei der Geburt dabei sein soll, selber wählen will, sollte frühzeitig eine Zusatzversicherung abschliessen.

Das Krankenversicherungsgesetz (KVG) verpflichtet die Versicherer seit März 2014, vollumfänglich sämtliche Kosten für die ärztliche Betreuung von Schwangeren zu übernehmen, jedoch erst ab der 13. Schwangerschaftswoche und nur bis zum 49. Tag nach der Geburt. Vollumfänglich heisst, dass in dieser Zeit sowohl der Selbstbehalt von 10 Prozent als auch die Anrechnung auf die Franchise der Krankenversicherung entfällt.

Treten jedoch bereits in der Frühschwangerschaft bis zur 13. Schwangerschaftswoche Komplikationen auf und sind zusätzliche Untersuchungen erforderlich, muss die Versicherte in dieser Zeit den Selbstbehalt und ihren Anteil der Franchise entrichten. Gleiches gilt für Medikamente und besondere Hilfsmittel, die vor und nach der Geburt nötig sein können, wie beispielsweise Stützstrümpfe oder eine Milchpumpe.

Die Kosten für die stationäre Entbindung, üblicherweise für vier Tage bei einer normalen Geburt und sieben Tage bei einem Kaiserschnitt, in einem Mehrbettzimmer der allgemeinen Abteilung in einem Vertragsspital oder Geburtshaus des Wohnkantons werden ebenfalls von der Grundversicherung getragen – auch ohne den Selbstbehalt, den Anteil der Franchise und die üblichen 10 Franken Selbstbeteiligung pro Spitaltag zu erheben.

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DIE ZECHE ZAHLT DER VERSICHERTE

Prämienrabatte, die aufgrund eines Kollektivvertrages gewährt werden, dürfen ab Januar 2017 nur noch maximal 10 Prozent betragen. Für die Versicherten bedeutet das eine zusätzliche Prämienerhöhung.

Bislang konnten Arbeitgeber, Vereine und Verbände mit einem oder mehreren Krankenversicherungsgesellschaften sogenannte Kollektivverträge abschliessen, die Prämienverbilligungen von bis zu 50 Prozent für deren Mitarbeitenden oder Mitglieder vorsahen. Damit ist nun spätestens per Januar 2017 Schluss. Ab dann dürfen diese Rabatte nur noch maximal 10 Prozent umfassen. Für die rund eine Millionen betroffenen Versicherten heisst das: Höhere Prämien in den Zusatzversicherungen – und dies nebst der allgemeinen Prämiensteigerung von vier bis fünf Prozent, die für das kommende Jahr erwartet wird.

Die Rabattkürzungen gehen auf eine Weisung der Finanzmarktaufsicht (Finma) zurück, die in einer breit angelegten Untersuchung auf willkürlich gebildete Risikogemeinschaften gestossen war, deren Risikoprofil einen Rabatt von teilweise bis zu 50 Prozent nicht rechtfertigten. Daher kam die Aufsichtsbehörde zu dem Schluss, «dass im Markt eine nicht gerechtfertigte Handhabung von Rabattierungen verbreitet ist.» Denn gemäss Gesetz müssen gewährte Rabatte betriebswirtschaftlich oder statistisch begründbar sein. Demnach dürfte ein gewährter Preisnachlass also nicht höher sein, als die mit einem Kollektivvertrag eingesparten Kosten. Um diesen Wildwuchs zu unterbinden, hat die Finma kurzerhand die über Kollektivverträge zulässigen Rabatte in den Zusatzversicherungen auf 10 Prozent limitiert.

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Bin ich immer noch richtig versichert?

Alle drei bis fünf Jahre muss die eigene Krankenversicherung überprüft werden. Sind meine Leistungen immer noch angepasst an meine Bedürfnisse? Gäbe es vergleichbare Lösungen zu günstigeren Prämien? Es ist nahezu unmöglich, sich ohne die Hilfe eines Spezialisten in diesem Dschungel zurechtzufinden.

Jährlich wechseln mehrere hunderttausend Kunden ihre Krankenversicherung. Sehr oft verlassen sie sich dabei auf Vergleichsdienste im Internet, die lediglich die Prämien der aktuell noch 57 Anbieter der Obligatorischen Krankenpflegeversicherung nach KVG vergleichen. Naturgemäss interessieren sich die Kunden zudem erst im Oktober und November – nach dem Erhalt der neuen Versicherungsausweise für das Folgejahr – für ihre Krankenversicherung. Eine Kündigung der Grundversicherung ist dann bis Ende November noch möglich, die Zusatzversicherungen sehen jedoch andere Kündigungsfristen vor. Drei Monate sind die Regel, rund 40% der Schweizer verfügen jedoch über eine Zusatzversicherung, die eine Kündigungsfrist von fünf oder sechs Monaten vorsieht. Eine Kündigung per Ende November wäre nur bei einer Prämienerhöhung möglich, was jedoch im Vergleich zu der Grundversicherung nicht die Regel ist. Ein Wechsel der Zusatzversicherungen ist somit vielfach nicht mehr möglich. Diese verbleiben somit beim Vorversicherer, was zu einer von den Kunden ungewünschten Splitting-Lösung führt.

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Geheimniskrämerei um Krankenkassenprämien

Andreas Schmid: Die Versicherer dürfen ihre provisorischen Prämien nicht mehr kommunizieren. Das schade den Kunden, sagen Kritiker aus der Branche.

Früher haben die meisten Krankenkassen ihren Versicherten jeweils im August mitgeteilt, welche Aufschläge sie im kommenden Jahr erwarten. Die kommunizierten Prämien waren zwar noch provisorisch, weil das Bundesamt für Gesundheit (BAG) diese erst später genehmigte und Ende September offiziell bekanntgab. Doch nur selten gab es grössere Korrekturen in der Grundversicherung, und die Konsumenten konnten sich frühzeitig mit einem Wechsel befassen.

Dieses Jahr ist das nun anders: Die Versicherten erfahren erst Ende September, wie hoch ihre Prämie 2017 sein wird. Das liegt daran, dass eine Neuerung im Aufsichtsgesetz den Kassen verbietet, provisorische Prämien publik zu machen. Wer sich nicht daran hält, kann strafrechtlich verfolgt und gebüsst werden. Damit will das BAG die Informationshoheit zurückgewinnen und verhindern, dass die Kassen in Eigenregie zu beliebiger Zeit provisorische Prämien bekanntgeben. Bei den Versicherern kommt das unterschiedlich an. Jene mit geringen Aufschlägen ärgern sich über die neue Praxis, bisher günstige Kassen mit markanten Prämienerhöhungen sind froh darüber.

Äusserst nachteilig wirke sich die Unklarheit für die Konsumenten aus, kritisiert Felix Schneuwly, Krankenkassen-Experte beim Internetvergleichsdienst Comparis. Er weist darauf hin, dass bei Bekanntwerden der neuen Prämien Ende September die Kündigungsfrist für Zusatzversicherungen bei manchen Kassen schon abgelaufen sei, so dass viele Kunden Grund- und Zusatzversicherungen nicht mehr gleichzeitig wechseln könnten. Zudem werde die Zeit bis Ende November knapp, um einen Umstieg in der Grundversicherung vorzunehmen. «Offensichtlich will das BAG jedoch mit diesem System Wechsel erschweren.»

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